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Zum Energiediskurs beim Paten

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Ngoc Huyen Dinh geht als Austauschschülerin im August in die USA. Jetzt gab es dazu in Zittau ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Thomas Jurk (SPD), der die Stipendiatin auswählte.

Ein Jahr in die USA – das ist schon eine tolle Sache. Für die Schülerin Ngoc Huyen Dinh vom Zittauer Christian-Weise-Gymnasium soll das in diesem Sommer Wirklichkeit werden. Ihre Bewerbung beim Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages für Schülerinnen und Schüler sowie für junge Berufstätige und Auszubildende war erfolgreich. Am 13. August geht es konkret los. Das historische Datum ist dabei nur Zufall, aber trotzdem schon irgendwo symbolisch.

Zu verdanken hat sie das Stipendium für den einjährigen Aufenthalt auch dem Bundestagsabgeordneten Thomas Jurk von der SPD, der nun ihr Programm-Pate ist. Thomas Jurk wählte die fleißige Schülerin aus Ebersbach-Neugersdorf, deren Eltern einst als Gastarbeiter aus Vietnam in die DDR kamen, unter vielen anderen Bewerberinnen und Bewerbern aus. „Abgesehen von den Schulnoten waren auch die Referenzen wichtig“, sagt Thomas Jurk, der sich mit Ngoc Huyen Dinh vergangene Woche in Zittau auf einen Kaffee traf. Die Patenschaft bedeutet für ihn allgemein, dass er Ansprechpartner für auftretende Fragen von Ngoc Huyen Dinh ist, die in den USA in einer Gastfamilie leben und eine High-School besuchen wird. Vielleicht noch wichtiger aber ist der Auftrag an die Schülerin, einen Beitrag zur besseren Verständigung zwischen jungen Deutschen und Amerikanern zu leisten. Wie das auf so einer kleinen und zwischenmenschlichen Ebene funktioniert, möchte der Bundestagsabgeordnete unbedingt wissen, der sich sonst eher mit globaleren Fragen zwischen Transatlantischem Freihandelsabkommen (TTIP) oder der Energiepolitik beschäftigt.
Zu letzerer hatte die Schülerin in Zittau eine Menge Fragen. Thomas Jurk ist nämlich im Haushaltsausschuss des deutschen Parlaments speziell für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zuständig. Im Rechnungsprüfungsausschuss kontrolliert er quasi als Schiedsrichter viele Aufgaben des Ministeriums zwischen Steinkohle-Abfinanzierung, Uran-Altlasten der Wismut AG aber auch Förderungen zum Beispiel für die Hochschule Zittau/ Görlitz oder den Mittelstand im Landkreis Görlitz.
Das interessiert Ngoc Huyen Dinh besonders, denn Bestandteil ihres Stipendienprogramms ist auch ein praktisches Projekt. Dabei möchte sie etwas mit Mülltrennung machen und erfahren, wie das in den USA funktioniert. Bei Familienbesuchen in Vietnam hat sie gesehen, dass dieses Gebiet des Umweltschutzes so gut wie keine Rolle spielt. „Es wird alles einfach hingeworfen“, beschreibt sie die Situation. Thomas Jurk fällt dazu spontan der Name Al Gore ein, der sich als Vizepräsident der Vereinigten Staaten unter Bill Clinton auch einen Namen beim globalen Klimaschutz gemacht hatte und so beginnt zwischen den beiden eine kleine Energiediskussion. Klar ist für Thomas Jurk, dass es auf die erneuerbaren Energien zugehen muss. Doch der Teufel stecke eben in den vielen Details und nicht zuletzt auch bei den Arbeitsplätzen, sagt er. Problem sei auch, dass andere in Europa eben nicht aus der Kernenergie aussteigen und damit Energielücken schließen, die der Kohleausstieg hinterlässt. So geht das Gespräch zwischen dem SPD-Bundestagsabgeordneten und der Austauschschülerin an diesem sonnigen Nachmittag noch lange weiter über die Energieforschung bis zur Energieeffizienz, die eigentlich jeder durch bewusstes Verhalten praktizieren kann. Auf jeden Fall werden sich die Schülerin und Thomas Jurk wiedersehen und er ist schon jetzt gespannt, was seine Stipendiatin in den USA in Sachen Recycling so alles herausfinden wird.

Autor: Andreas Herrmann